Mit dem Oldtimer auf der Route des Grandes Alpes

Die Route des Grandes Alpes - der wohl berühmtestes Weg durch die französischen Alpen bis zum Mittelmeer. Ich nehme euch mit auf meine eigene Interpretation der Route mit dem BMW E24.

Viel zu wenig Zeit und viel zu sehr Bock auf eine abgefahrene Route von den Bergen bis ans Mittelmeer. Perfekte Voraussetzungen gibt es nie und wer sagt denn, dass man sowas nur einmal im Leben machen kann? Also müssen 10 Tage fürs erste Mal reichen. Der 6er? Benötigt dieses mal keine Vorbereitung, alles schnurrt und ölt munter vor sich hin.

Lediglich die Routenplanung ist, trotz offizieller Route des Grandes Alpes, etwas aufwändiger. Der Grund liegt darin, dass ich gerne etwas mehr links und rechts der Strecke mitnehmen möchte. Das heißt, einsame Zeltplätze in den Bergen und ein Ferienhaus in der Nähe von St. Tropez. Wenn schon Frankreich, dann auch entsprechend residieren!

BMW in Bonn
Sachen packen, Schlüssel umdrehen und los geht's!
BMW E24 Rückbank
Zwei Lammfälle für die kalten Nächte in den Alpen
Reisebegleiter
Ein treuer Reisebegleiter von Bonn bis zum Bodensee

Kick-off: Von Bonn in die Schweiz zum Klöntalersee

7 Stunden Fahrzeit und ausnahmsweise mal keine Kontrolle an der Grenze Deutschland-Schweiz. Dafür aber ein ordentlicher Stau am Grenzübergang Rheinfelden, der die Kühlwasser-Temperatur des 6ers erneut ordentlich ansteigen und mir die Schweißperlen auf die Stirn zaubern liess. Mittlerweile sollte ich es gewohnt sein, aber manches ändert sich scheinbar nie. Kurz vor Erreichen des roten Bereichs ging es dann doch zügig an den Grenzbeamten vorbei und die Temperatur sank so schnell wie sie zuvor stieg. Im Januar 2019 wird dieses Thema hoffentlich endgültig durch sein.

Lieblings Outdoor Tasse

Ziel für die ersten zwei Nächte war, wie im Frühjahr auch schon mal, der Klöntalersee im Kanton Glarus. Am See gibt es zwei Campingplätze, wobei es nur auf einem möglich ist das Zelt direkt am Auto aufzubauen. Bei dem kalten Regenwetter absolut notwendig. Die Betreiberin vom Platz im Frühjahr konnte hier leider, trotz offensichtlich sehr geringer Besucherzahl, keine Lösung für uns finden. Also entschlossen wir uns für Campingplatz Güntlenau und bauten gleich mal das Sonnen- oder besser gesagt Regensegel direkt auf. Diesmal hat es sich absolut gelohnt mal einen ganzen Tag hier zu verbringen und den Nachmittag zum wandern und erkunden der Umgebung zu nutzen. Kleine Wasserfälle, dichte Wälder... genau das richtige Kontrastprogramm zu den kommenden langen Fahrten.

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Klöntalersee
Wandern am Klöntalersee
Wasserfall
Kaffeepause Klöntalersee

Über den Furkapass bis nach Martigny

Bevor es nach Frankreich ging, durfte der Furkapass auf dem Weg natürlich nicht fehlen. Auf einem Montag im September ist dort scheinbar wirklich nicht viel los. Wir konnten problemlos überall anhalten und ordentliche Fotos machen ohne dass wieder mal ein Reisebus die Sicht versperrt.

Hinterm Pass gab es auch gleich eine größe Pause zur Besichtigung des Rhonegletschers sowie der Eishöhlen unter dem Gletscher. Beeindruckend und erschreckend zu gleich wenn man sieht, was vom ursprünglichen Gletscher noch übrig geblieben ist. Vor allem, wenn man die Fotos der Eltern vergleicht, die vor 30 Jahren dort waren.
Es lohnt sich jedenfalls den Eintritt zu bezahlen um einen Spaziergang entlang des Gletschers zu machen und die Eishöhlen zu besichtigen.

Furkapass
BMW 635
Furkapass mit Oldtimer
Furkapass BMW

Camping in Martigny

Definitiv einer der schönste Naturplätze auf denen ich jemals übernachtet habe. Nahe Martigny, auf schweizer Seite in 1600m Höhe, findet ihr nach einer langen Anfahrt in die Berge ziemlich am Ende einen der schönsten Plätze umgeben von steilen Felswänden und einem zum greifen nahen Sternenhimmel. Ja, das Wetter war nach dem mediteranem Klima im Tal wieder richtig schlecht und kalt geworden, es nieselte und dann noch Zelt aufbauen? Na gut, wenn's sein muss... Aber die Umgebung entschädigt einfach für alles.

Camping mit Oldtimer

Entlang der Routes des Grandes Alpes

So viele Pässe, so viele Kurven... hinter jeder Kurve müsste man eigentlich anhalten und das Panorama aufsaugen.
Daher hier nur ein paar knappe Impressionen von dem, was wir links und rechts festgehalten haben.

Schafe
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Ferienhaus umgeben von Wein

Irgendwann, auf dem letzten Drittel der Route des Grandes Alpes, mussten wir rechts abbiegen um über den Gorge du Verdon zu unserem Ferienhaus zu gelangen. Eine schwere Entscheidung, aber das Haus war ja bereits gebucht und bezahlt.

Gerade 25 Minuten vom Meer entfernt stand das Anwesen, umgeben von Weinfeldern, großzügig abgezeäunt in einer herrlichen Idylle. Genau das Richtige nach den langen Etappen der letzten Tage. Vom 6er ins Haus, in die Badebuchse und direkt in den Pool, besser geht es kaum.

BMW Oltimer Frankreich

Unfall im Ausland

Die gute Laune wurde am Donnerstag dann aber doch etwas getrübt. Nach einem Ausflug entlang der Küstenstraße zu den Spots an denen wir im Jahr zuvor schon im Rahmen der European 5000 Rallye angehalten hatten, kam es doch noch zum typisch französischen Auffahrunfall. Im Stop-And-Go Verkehr im Nieselregen in Frejus schaute ich noch in den Rückspiegel und wunderte mich, dass der Kollege hinter mir ziemlich ungebremst auf mich zu kam... und schon knallte es.

Also direkt im Verkehr und Regen rechts rangefahren, die Nerven etwas blank, erstmal das Auto begutachten. Er hatte die Stoßstange hinten ziemlich mittig getroffen und zusammengeschoben, dazu noch leicht die Karosserie, alles erstmal halb so wild. Ärgerlich, ja, aber mit so etwas kann man in Ruhe weiter durch den Urlaub gleiten. Was meine Laune wesentlich besserte war, dass mir scheinbar der einzige Franzose weit und breit in die Karre gefahren war, der sofort englisch mit mir sprach, sich tausend mal entschuldigte, mir alle Papiere aushändigte samt Telefonnummer usw. Damit hätte ich weniger gerechnet als mit einem Unfall in Frankreich!

Also erstmal entspannt zurück zum Ferienhaus, ein Bier auf den Schock und eine Runde durch den Pool.

BMW 635 CSI 1983

Wie ich während Corona nach Albanien und Griechenland wollte

Eine Reise auf den Spuren meiner jüngsten Kindheitserinnerungen sollte es werden: Von Deutschland über den Autoput Jugoslawiens nach Griechenland. Was bleibt von der Erinnerung eines vierjährigen, auf dem Rücksitz eines 84er Mitsubishi Pajeros? Und wie anhaltend sind die Grenzöffnungen des 15. Junis 2020, während der Corona Pandemie?

Wir hängen einen Tag hinterher. Die Bremse schleift immer noch und die neuen Trommeln für die Hinterradbremse sollen heute per Express kommen. Heute, wo ich eigentlich pünktlich am 15.06. zur Grenzöffnung dem Coronawahnsinn entfliehen wollte. Keine Ahnung woher der Stress plötzlich wieder kommt, denn eigentlich ist es vollkommen egal, ob wir heute oder morgen losfahren.

Der Plan? Ein bisschen Kroatien, Montenegro, Bosnien, Albanien und schlussendlich, ohne Rückkehrdatum, durch Griechenland. Auf den Spuren meiner jüngsten Reiseerinnerungen der 80er.

Dass wir es nicht bis nach Griechenland schafften, ja nicht einmal bis nach Montenegro, kann ich gleich vorweg nehmen. Denn während wir diesmal ein menschenleeres Dubrovnik genießen konnten, mit unglaublich großzügigen Corona-Rabatten, wurde Montenegro zum Risikogebiet erklärt.
Also entschlossen wir uns, schweren Herzens, den Trip um zu planen. Vielleicht doch ein bisschen Inselhopping? Mal länger an einem Ort bleiben? Das hörte sich nicht so schlecht an.

Im Nachinein betrachtet, hätte man das „Risiko“ eines Urlaubs in Montenegro sicherlich eingehen können. Als jedoch wenige Tage später veröffentlicht wurde, dass man nun auch nicht mehr aus Albanien nach Griechenland einreisen könne, fühlten wir uns jedoch bestätigt. Natürlich traurig, aber doch gewiss, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Denn auch die Reisenden die man unterwegs traf, hatten eher schlechte Nachrichten parat als aufmunternde Worte was die jeweiligen Länder betraf.

Korcula

Wir entschlossen uns also, zwei Monate durch Kroatien zu reisen und für alle Orte die wir bereits kannten, so wie für die Entdeckung neuer Orte, einfach mehr Zeit mitzubringen. Und nebenbei musste natürlich auch etwas gearbeitet werden. Perfekt also, dass die Plätze während der Corona-Pandemie wesentlich weniger frequentiert waren als sonst im Hochsommer.

Was war also anders während der Corona-Pandemie in Kroatien unterwegs zu sein?
Wir kamen viel häufiger mit Einheimischen ins Gespräch. Klar, mit der Pandemie hat man natürlich den gemeinsamen Nenner im Schicksal. Was das für den einzelnen aber in seinem Leben bedeutete, war immer wieder spannend zu hören.

Die Campingplätze waren häufig, aber nicht immer, weniger frequentiert. Da Freistehen in Kroatien nicht unbedingt die erste Wahl sein sollte, bleiben einem immerhin massenweise Zeltplätze an der Küste, und einige wenige Plätze Richtung Landesinnerem zur Auswahl. Im Schnitt mussten wir trotzdem 2-3 Plätze anfahren, bis es etwas geeignetes gab. Nicht selten war dann aber erste Reihe ohne verbaute Wohnmobileschrankwand möglich.

Kroatien Hinterland

Schnee garantiert: Die Hohe Tatra

Wenn es in Deutschland mit dem Schnee mal wieder nicht so recht was werden will, warum dann nicht mal woanders hin? Aber in Österreich und Schweiz sind zu viele Touristen? Dann Schlitten eingepackt und ab in die Hohe Tatra!

Hohe Tatra? Die ist doch…?

„Tatra? Hohe Tatra? Die ist doch… äh… ehm… wo ist die denn gleich noch mal?“ So ungefähr lautete jede zweite Reaktion als Kollegen oder Bekannte sich nach meiner nächsten Reise erkundigten.
Ich wollte Schnee. Und den mit ziemlicher Sicherheit aber wenn möglich bitte ohne Massentourismus. Was bietet sich da also mehr an als „das kleinste Hochgebirge der Welt“?

Und noch besser wird so ein Trip natürlich, wenn man sich auch gleich noch etwas Zeit mitnimmt, denn: Von Deutschland aus kann man hervorragend durch Polen, die Slowakei und zurück durch Tschechien gleiten.

Primäres Ziel war aber eine Blockhütte, erreichbar nur per 4×4 und fast auf der Grenze von Polen und der Slowakei.
Ein Job für den 4Runner!

Erster Stopp: Hotel in Polen

Für den Hinweg hatte ich ein Hotel eingeplant, ziemlich genau auf halben Weg nach Zakopane.
Südlich von Opole, zwischen Breslau und Kattowitz, fand ich eine rustikale und gemütliche alte Mühle, umfunktioniert zum Hotel. Gleich beim Check-In wurden die Hunde so freundlich empfangen, dass der erste Stress der langen Fahrt schnell vergessen war. Das gute polnische Essen und Bier trugen ihr Übriges dazu bei 😉

Link zum Hotel „Zamkowy Młyn“

Am nächsten Morgen ging es dann bei eisigen Temperaturen und unter blauem Himmel weiter Richtung Zakopane. 20km weiter östlich sollte sich das Ferienhaus fernab von einem Dorf, in einer kleiner Siedlung direkt an der slowakischen Grenze befinden.

Ein Hoch auf die Gastgeber! Denn die hatten tatsächlich nicht zu viel versprochen. Ja, der Hinweg war etwas anspruchsvoller bei Schnee und Eis aber die Belohnung mit einem Haus direkt am Wald, einem kleinen Bach unter der Terasse und dem umwerfenden Ausblick auf das Gebirge der Tatra die Mühe alle mal wert.

Toyota 4Runner

Ohne Allrad wäre die Fahrt zum Haus jedoch ganz und gar nicht möglich gewesen. Schon am zweiten Tag, und der Fahrt runter ins Dorf wurde klar, dass man das Fahren im Schnee aus Deutschland gar nicht mehr so wirklich gewohnt ist. Die umliegenden Dörfer, teils an steilen Hängen gelegen, konnte man bei dem Wetter schon nur noch mit Vorsicht besuchen, spannend waren allerdings die letzten Kilometer auf einem kleinen Bergweg raus aus dem Dorf, hinauf auf ein Plateau, hinein in den Wald, wieder bergab, links rechts links, bergab, Gegenverkehr ohne Ausweichmöglichkeit, hinaus auf eine Lichtung, wieder in den Wald, steil bergab, sofort wieder bergauf um dann die kleine Siedlung endlich vor sich zu haben. Und den Wagen festzufahren. Großartig.

Aber Toyota hat ja seine 4Runner Fußmattenunterseiten spikeähnlich präpariert und so war auch das Querstehen mitten im Weg nicht von all zu langer Dauer.

Urlaub mit Hunden

… wäre es möglich gewesen, hätte ich den Aufenthalt in diesem einmaligen Haus definitiv verlängert, doch leider standen schon die nächsten Mieter in den Startlöchern und so kam es irgendwann doch zum letzten heissen Kaffee im Sonnenschein mit den Stiefeln im Schnee, den tobenden Hunden und einem einmaligen Blick auf die Berge.

Weiter ging es also durch die Slowakei, denn so ganz wollten mich die Berge noch nicht gehen lassen. Im Norden des Landes fährt man quasi stundenlang entlang des Gebirges zu seiner Rechten, während man immer wieder ein kleines Dorf oder Städtchen mit Kaffeemöglichkeiten passiert.
Viele Optionen zum Anhalten und spazieren gehen inklusive.

8000km Roadtrip durch Spanien und Portugal

Der 4Runner bewährt sich mit Dachzelt auf seiner ersten Tour durch Schweiz, Frankreich, Andorra, Spanien, Gibraltar, Portugal und Belgien. Zwischen Freistehen, Hotel und Ferienhaus hilft der 4Runner beim Unfall und die Hunde lassen sich von den Einheimischen küssen.

Der erste große Trip mit dem 4Runner, neuem Dachzelt und den beiden Doggos an Board. Arbeiten von unterwegs, beeindruckende Landschaften und Ersthelfer am Unfallort. Der 4Runner zeigt seine Zuverlässigkeit und die Hunde entwickeln ihren eigenen Tagseablauf unter der Sonne des Südens.

Spontan mit dem 6er nach Dänemark

Der Autostrand in Blavand, die einsame Natur um Slettestrand... Dänemark ruft! Also Hunde in den Oldtimer, MacBook dazu, Taschen vollgepackt und ab Richtung Norden!

Samstagmorgen, 6 Uhr früh. Die Taschen sind gepackt. Die Hunde setzen mal wieder den traurigsten Blick der Welt auf als würden all die Sorgen dieser Welt auf ihren Schultern lasten. Reine Taktik, wie ich mittlerweile weiß. Denn die Jungs tun jedes mal so, als müssten Sie alleine zurück bleiben, während Herrchen umherirrt und Sachen packt.

Dieses mal aber dürfen die beiden mal wieder hinten einsteigen im 635. Denn es geht für eine Woche nach Blåvand und eine weitere Woche nach Slettestrand. Ohne große Erwartungen vorab aber mit großer Erfüllung schon nach wenigen Tagen.

Nintendo64 im Oldtimer
Das Nintentdo64 muss mit!
Rocky muss auch mit
Vorfreude in Grenzen

Blåvand mit dem Oldtimer

Dänemark. Ich gebe zu, nicht unbedingt eine Reiseland das weit oben auf meiner Liste steht. Der letzte Besuch war bereits 10 Jahre her und davor... zwei Jahre? Einmal Ostküste und Kopenhagen und einmal Westküste, ganz klassisch.

Dieses Jahr aber wollte ich spontan zwei Wochen raus, vorwiegend zum arbeiten aber auch um mit dem 6er ein weiteres Land zu bereisen. Also nach langer Suche zwei großartige, nicht-so-typisch dänische Häuser, gebucht und die Hunde abfahrbereit gemacht.

In den kühlen Morgenstunden oder generell nachts in den Urlaub zu fahren ist nicht unbedingt etwas, in dem ich einen tieferen Sinn sehe. Aber die Tage Anfang Juni waren schon ziemlich heiss und mit den Hunden auf der Rückbank von Bonn über Hamburg bis nach Blavand zu fahren entspricht so ziemlich 8,5 Stunden reiner Fahrzeit und sollte für die beiden nicht zusätzlich in einem Sauna-Trip (oder schlimmeren) enden. Genügend Pausen und ein Blick auf die Temperaturen sind bei solchen Sommertrips unerlässlich. Daher auch der Plan früh los zu fahren und den nervigen Stau im Elbtunnel möglichst vorm Mittag hinter sich zu lassen.

Autostrand Blavand
Hot Dogs und Oldtimer

Bettenwechsel

Für die zweite Woche geht es dann hoch an die Nordküste Dänermarks. Und tatsächlich find ich bei der Abfahrt am Ortsausgang Oksbys eine Tankstelle mit Super Plus 100 Oktan! Es sollte dann aber auch die einzige sein, die mir in zwei Wochen Dänemark vor die Niere kommt.

Da der direkte Fahrtweg von Oksby nach Slettestrand gerade mal 3,5 Stunden beträgt und das dänische Inland nun nicht wirklich viel Unterhaltswert liefert, entscheide ich mich an der Westküste entlang zu fahren und die Route über und Klitmøller zu nehmen.

Das Wetter zeigt sich von seiner rauen Seite an diesem Samstagmittag aber die Route entlang des Nationalparks Thy macht sich bezahlt. Bei einer kurzen Gassi-Pause lerne ich ein Pärchen aus Süddeutschland kennen, die mittlerweile seit einem Monat durch Dänemark tingeln. Ich bin skeptisch was sie in 4 Wochen so gesehen haben mochten, aber sie reisen ca. 2 Stufen langsamer als ich und schwärmen von der Westküste, der Freiheit seit die Kinder ausgezogen sind und wie gut die Arbeit von unterwegs mittlerweile für sie funktioniert. Ich pflichte ihnen bei und während ich wieder aufs Meer schaue beginnt auch der Regen erneut. Also Hunde abtrocknen, ne Banane inne Schnute und wieder back on track.

BMW 635 CSI

Slettestrand

Grauer und dunkler wird es, je näher ich Slettestrand komme. Noch mal eben in den Supermarkt springen, alles für ne ordentliche Suppe einkaufen, nicht aufn Kassenzettel schauen und weiter.

An der Haussiedlung hinter den Dünen angekommen, fahre ich erstmal am gebuchten Haus vorbei. Nichts ist so wirklich ausgeschildert, alles wirkt weniger organisiert als in den typischen Touristenregionen und andere Menschen habe ich in der letzten halben Stunde eh nicht mehr gesehen... perfekte Voraussetzungen für eine Woche Ruhe, arbeiten und Strand.

Und ja, das Haus war wirklich perfekt. Gemütlich eingerichtet wie eine Jägerhütte aber modern ausgestattet. Dazu ein riesiger Garten, in dem sich die Hunde frei bewegen konnten. Ohne Leine und mit nur wenig Aufsicht. Und um das Klischee abzurunden, lief jeden Morgen ein Reh vorm  Fenster des Schlafzimmers entlang. Harmonie für den Start in den Tag!

Dänemark einsames Ferienhaus
Dänemark einsames Ferienhaus
Dänemark einsames Ferienhaus

Skagen - Wo sich Nord- und Ostsee treffen

Das Arbeiten vom Ferienhaus erwies sich als so produktiv, dass ich mir am Donnerstag mal einen komplett freien Tag gönnen konnte, den ich für einen Ausflug nach Skagen nutzen wollte.

Nach ca. 2 Stunden Fahrzeit kam ich in Grenen an, der mit dem Festland verbundenen Sandbank mit Raubvögeln und der gelegentlichen Anwesenheit von Seehunden.
Der Parkplatz Vorort war zwar gut gefüllt, aber die Touristenmengen hielten sich noch in Grenzen. Man sich aber leicht vorstellen, was hier im Hochsommer los sein muss.

DIe nördlichste Spitze an der sich Ost- und Nordseeküste treffen war dann auch die Hauptatrraktion. Mit einem Bein in jeweils einem Meer zu stehen... nicht nur wichtig für Instagram 😉
Viel verblüffender war aber fast die Menge an Tankern, die dort vor der Küste in der Ostsee lag. Wartende Stahlkollosse im ruhigen Meer so weit das Auge reicht.

Nach dem kleinen Spaziergang zurück zum Auto gab es noch einen Abstecher in die Innenstadt Skagens. In Ordnung für 'n Eis und 'n Hot Dog aber nichts, wofür man sich mehr Zeit nehmen müsste. Interessant war aber das Parkschein-System. Als ich am zweiten Parkplatz fast selbstverständlich den nächsten Schein ziehen wollte, hab ich mir doch mal das Schild durchgelesen das darüber hing. Und siehe da, ein Parkschein ist in der gesamten Gemeinde gültig und kann beim Verlassen der Gemeinde an jedem Parkscheinautomat bezahlt werden.
Und falls man sich denkt "zieh ich einen und bezahl ihn nicht" werden die Kosten der Höchstparkdauer von 24 Stunden von der Bankkarte eingezogen, welche zur Ausstellung des Parkschein nötig ist. Glatt mal Geld gespart in diesem Land. Glaubt mir zuhause keiner.

Dänemark
Dänemark Ferienhaus
Ausblick beim Arbeiten

Rückfahrt Tyskland und SAC Rallye

Entgegen der Norm, beendete ich mich meinen Urlaub diesemal nicht in bestem Sonnenschein sondern wurde bis ins Rheinland begleitet von grau in grau, Nieselregen und Stau.

Kurz vor Hamburg allerdings hatte der Stau dann doch sein Gutes, denn gute 200 Rallyefahrzeuge der SAC Baltic Sea Circle Rallye kamen uns an ihrem ersten Rallyetag entgegen. Viele Grüße von einer Fahrbahn zur Anderen und sogar ein paar bekannte Rallyeteams von Instagram waren darunter. Und am liebsten hätte ich an der nächsten Autobahnausfahrt die Richtung wieder geändert um mit ihnen ans Nordkapp zu fahren. Na, vielleicht nächstes Jahr.

Mit dem Oldtimer auf der Adria Magistrale

14 Tage, 4500km, Österreich, Slowenien, Kroatien und Bosnien. Was für ein Ritt auf der Adria Magistrale! Morgens losfahren, entdecken was auf dem Weg liegt und abends auf den schönsten Campingplätzen am türkisen Wasser das Zelt aufschlagen.

Kurz vor dem Trip herrscht nie Ruhe. Die Projektlage platzt aus allen Nähten, es muss noch so viel besorgt werden und... moment, was ist das für eine Pfütze dort unterm 6er?!

Eigentlich hatte ich das Getriebe im Frühjahr abdichten lassen. Ich hatte keine Lust mehr alle paar tausend Kilometer auf Reisen unters Auto krabbeln zu müssen um Getriebeöl aufzufüllen. Dass jetzt allerdings zwei Woche vor dem Start Richtung Süden sich wieder 5 Flecken unterm Auto breit machen wollten war so nicht ok. Und da ein Problem ja selten allein kommt, erwartete mich beim Gang in die Tiefgarage zusätzlich auch noch eine große Pfütze Servoöl. Ein Traum.

Zumindest konnte ich mich beim Servoöl wieder etwas beruhigen. Die Schläuche schwitzten schon seit Längerem, aber offensichtlich wurde die Servoflüssigkeit oben aus dem Servoölbehälter herausgedrückt. Das war mir lieber als eine Undichtigkeit in den Schläuchen, denn die lässt sich BMW leider ziemlich gut bezahlen...
Nach etwas Recherche zu dem Thema fand ich heraus, dass vermutlich zwei Dinge zusammenkamen: Die Entleerung des Druckspeichers und die Überfüllung des Systems durch die Werkstatt. Einen Bremskraftverlust und Auffälligkeiten in der Lenkung konnte ich nämlich keine feststellen.

Also wuchs die Packliste kurz vor dem Start noch um eine Flasche Getriebeöl sowie Servoöl an... Roadtrips sollen ja auch noch Abenteuer sein und keine Kaffeefahrt.

Die Route bis Dubrovnik

Österreich

Am Freitagabend nach der Arbeit ging es los. Mit dem Sonnenuntergang im Rücken über die A3 nach Frankfurt, weiter über Würzburg bis nach Nürnberg, wo die erste Übernachtung im Hotel anstand.

Am nächsten Morgen ging es sportlich weiter über München, die A8 und A93, um kurz vor der Grenze von der Autobahn abzufahren und ab hier die Landstraßen einzunehmen.
Ziel des Tages war Heiligenblut, um dort mit der ganzen Familie die Goldene Hochzeit meiner Eltern zu feiern und das letzte ordentliche Bett für die nächsten zwei Wochen zu genießen.
Da konnte ich es mir auch nicht nehmen lassen, wieder die 36 Euro für den Großglockner zu bezahlen und den 6er die leeren Straßen hochzujagen. Was für ein riesiger Unterschied, hier in der Vorsaison unterwegs zu sein. Keine Wohnmobile und SUVs die vor einem hereiern, wenige Motorradfahrer die drängeln und keine Menschen, die einem ständig ins Foto laufen. Wirklich perfekte Bedingungen. Die Murmeltiere haben's scheinbar auch genossen, denn sonst haben wir in der Ecke noch keine gesehen bei dem Trubel.