Trieb, Kauf & Überführung

Nach langer Suche endlich der Kauf des BMW E24 635.

Mittlerweile war ich seit 4  oder 5 Jahren immer mal mehr oder minder aktiv auf der Suche nach einem 6er, der mir als geeignet für mich persönlich schien. Es sollte weder eine verrostete Bastelbude, noch ein perfekt restaurierter 635 sein. Als Nicht-Schrauber (ich wechselte bis hier hin vielleicht mal meine Räder, Luftfilter oder Kleinkram (oder wie bei Passats üblich: massenweise Öl)) suchte eher etwas in dem Zustand, in dem ich mich selbst noch verwirklichen konnte und mit den Aufgaben/Reparaturen meinen Horizont in einem komplett anderen Arbeitsfeld erweitern wollte. Zumal mir, wenn ich mir schon ein altes Coupé kaufe, die persönlich Note enorm wichtig ist. Der Wagen sollte irgendwo meinen Stempel besitzen, mehr für mich als für irgendwen anderes.

Allein in diesen 5 Jahren fiel mir die Wertsteigerung zunehmend auf und damit wuchs auch etwas unterbewusst der Druck langsam mal zuschlagen zu müssen. Seit Jahren fotografiere ich 6er in ganz Deutschland, die zufällig mal am Straßenrand, in Wohngebieten oder am Strand stehen… und das Verlangen wurde damit nicht geringer. Nach einem Kurz-Urlaub in Lübeck dieses Frühjahrs, fand ich einen arktisblauen Hai beim Spaziergang in Travemünde. Ich stieg aus meinem Wagen und sah 20 Meter vor mir schon das breite Heck, das fernab der ausgezeichneten Parkplätze majestätisch mit der rechten Seite auf dem Bordstein bzw. Gehweg abgesetzt wurde. Schnell einen Parkschein gezogen und mit der Kamera herangepirscht. Der Wagen stellte jegliche anderen geleckten Plastikbomber und SUVs rundrum in den Schatten und ich war mal wieder angefixt.

Es war Zeit sich aktiv finden zu lassen. Also fix ein Kleinanzeigen-Gesuch geschaltet.

In den kommenden Wochen wurden mir dann diverse 6er aus ganz Deutschland angeboten, alle in der Preiskategorie 10.000 Euro und höher. Manche hatten meine Anzeigen genauer gelesen, andere weniger genau. Aber nach ca. 3 Wochen meldete sich dann ein Herr, der sich am Telefon schon fast überschlug vor Freude, da er genau den Wagen der auf dem Foto zu sehen war, bei sich stehen hatte und sich langsam versuchte davon zu trennen. Die ersten Infos am Telefon und die Bestätigung, dass es wirklich der CS/1, Schalter etc. war führten dann auch dazu, dass ich mich von Hannover auf den Weg nach Oberhausen machte.

Die Besichtigung

Kurz und knapp: Ich habe den Wagen besichtigt (natürlich mit ausführlicher Studie der Kaufberatung), mir seine Historie angehört, eine Probefahrt gemacht (nur auf dem Gelände da kein TÜV) und nach zwei Stunde nettem Schnack mit dem Verkäufer erstmal wieder Heim gefahren. Klar, am liebsten hätte ich ihn sofort mitgenommen, aber eine Nacht drüber schlafen war auch in diesem Fall nötig.

Mängelliste zu dem Zeitpunkt wie folgt

  • Niveauregulierung undicht
  • TRX Reifen hinüber
  • Bremsen erneuern
  • Treffer auf der Nase (angeblich vom Garagentor)
  • Rost Kotflügel links

Erfreulich hingegen:

  • 22 Jahre eingelagert
  • 2 Vorbesitzer
  • Motor läuft sauber und rund
  • Rost überschaubar
  • Unten trocken

Am nächsten Tag dann nochmals mit dem Verkäufer telefoniert, Preis verhandelt und die Abholung für Donnerstag der gleichen Woche klar gemacht. Für den Preis konnte ich ihn nicht dort stehen lassen. Auch, wenn sich einige Mängel erst später rausstellten (…) aber davon musste man ausgehen.


Die Überführung

Hänger gemietet, rübergefahren, abgeholt und wieder zurück. Nee halt. So schnell ging’s dann doch nicht.

Klar, Hänger besorgen war schnell erledigt. Die Fahrt ins Ruhrgebiet war an diesem Donnerstag Mittag auch recht angenehm. 6er angeschmissen, auf den Hänger gefahren, befestigt, Passat vorgespannt und ab dafür. Mit einem guten Gefühl im Magen, einer kleinen Burger-Pause, Stau und einem Blitzerfoto brachten wir den 6er dann ganz entspannt nach Warburg, wo er zur Restauration untergebracht werden sollte.

Das Abladen im Dunkeln bei Scheinwerferlicht war nochmal eine interessante Erfahrung. Da der Besitzer die (zu kleine) Batterie wieder ausbaute, waren Bremskraftverstärker, Servo etc. nicht auf unserer Seite.

An dieser Stelle einen großen Dank an meine beiden Brüder, die mir tatkräftig zur Seite standen und auch mal schieben, wenn die Handbremse angezogen ist.


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