Roadtrip durch Tschechien und Österreich

Nach unserem Roadtrip im letzten Jahr durch Polen mit dem T3 Bulli, war es in diesem Jahr mal an der Zeit den 6er für die Urlaubspläne zu berücksichtigen. Die Alltagstauglichkeit hat er seit der Zulassung unter Beweis gestellt und die anderen kleinen Sorgen konnten auch außer Acht gelassen werden (Getriebeöl Verlust, pfff).

Geplant war ein Schlenker über Tschechien bis runter nach Berchtesgaden über Salzburg und Passau um sich dort grob an der Alpenstraße bis zum Bodensee zu orientieren, mit einigen Ausreissern Richtung Österreich.

Vorbereitung

Außer der ständigen Begleiter wie Benzinkanister, Öl und Werkzeug, hatte ich diesmal nur noch eine fertige Mischung Glysantin G48 für das ständige Auf und Ab in den Serpentinen dabei. Zusätzlich habe ich vor Reiseantritt doch noch einen Batterietrenner (Natoknochen) verbaut.

Tag 1 - Warburg nach Waldsassen

Für den Start hatten wir schon eine der längsten Etappen eingeplant, treu nach dem Motto: "Erstmal weg". So ging die Reise von Warburg nach Kassel, wo ich meinen Mitfahrer abholte und von dort über Eisenach weiter zum Skigebiet Oberhof, wo uns  eine der besten Thüringer Rostbratwürste empfohlen wurde. Schöner Ausblick, sehr ruhig und genau der richtige Ort für eine entspannte Mittagspause.

Von dort aus weiter an Kulmbach vorbei nach Waldsassen. Und wie es der Zufall so wollte, hatten wir kurz vor der Ankunft doch noch einen anderen 6er genau hinter uns. Leider kann ich mich an das Kennzeichen nicht mehr genau erinnern (Kreis NEW oder WEN) aber ein schöner Moment, wenn auch das einzige 6er Treffen für die Reise.

Tag 2 - Waldsassen nach Pilsen

Frisch gestärkt vom Gasthof in Waldsassen ging es gegen 11 Uhr über die Grenze nach Cheb, Geld umtauschen, einmal über den Marktplatz und die erste Stange Zigaretten holen.
Die nächsten 1,5 Stunden ging es bei bestem Wetter durch malerische Landschaften, vorbei an kleinen Seen an Wäldern und durch ruhige Dörfer.
Mit Ankunft im Hotel mitten in Pilsen bekamen wir auch einen überwachten Stellplatz im Hinterhof für den 6er. Die ursprünglichen Sorgen bezüglich Diebstahl etc. stellten sich aber schon frühzeitig als übertrieben heraus... sofern man nicht gerade in Prag auf einem unbewachten Parkplatz parkt, kann man sich getrost in aller Ruhe vom Wagen entfernen und stattdessen lieber die Böhmische Küche und die wunderschöne Architektur, Innenstädte und Gastfreundlichkeit genießen.

Tag 3 - Pilsen nach Berchtesgaden

Noch mal eine Etappe, die sich doch länger zog als ursprünglich gedacht, die Eindrücke unterwegs und die Laufruhe entschädigten aber für den kurzweiligen Stress in den Städten.

Von Pilsen ging es südlich nach Klattau für einen kurzen Zwischenstopp in der Innenstadt und um günstig (viel) Bier und anderen Kram für die Reise zu kaufen. Kurz vorm Grenzübergang in Bayerisch Eisenstein haben wir dann noch einmal vollgetankt und von dort aus ging es mitten durch Passau und später genau durch Salzburg, um am frühen Abend am Campingplatz in Berchtesgaden anzukommen.

Tag 4 - Berchtesgaden nach Chiemsee

Der vierte Tag begann mit einem Besuch des in 1800m gelegenen Kehlsteinhauses. Der erste Abschnitt war nur per Shuttle-Bus erreichbar, von dort ging es zu fuß durch einen Tunnel in den Berg und dann noch mal im Messing-Aufzug gerade 124m aufwärts, mitten in Hitlers Teehaus.

Fernab der Menschenmengen, Wartezeiten und Gedrängel, entschädigte der Ausblick für alle Mühen. Der 6er hätte die direkte Auffahrt aber sicherlich auch geschafft ;)

Bei der Abfahrt trafen wir noch einen BMW E23 und es ging weiter über Bad Reichenhall zum Chiemsee bzw. zum zelten an den nahegelegenen Simssee.

Tag 5 - Chiemsee nach Achensee

Der Alpenstraße grob folgend war die heutige Tagestour mit 183km recht gemütlich und es blieb genügend Zeit für die ein oder andere Pause.

Vorbei am Achensee haben wir einen Abstecher ins Zillertal gemacht, um nach dem Einkauf dort über Jenbach wieder zurück zu fahren und das Zelt auf dem Campingplatz direkt am See aufzubauen. Wirklich empfehlenswert, türkisfarbenes Wasser, Zelt direkt am See und gegenüber ein 2000m hoher Berg.

Tag 6 - Achensee nach Bad Hindelang

Dank der Regenfälle und Gewitter in der Nacht kam der 6er nur noch mit tatkräftiger Hilfe der Nachbarn vom Parkplatz. Etwas verwunderlich, da der Stellplatz nicht stark abschüssig war... aber da hat der Heckantrieb doch mal sein Potenzial gezeigt und wir hinterliessen einen sauber gepflügten Platz.

Von dort aus ging es für das obligatorische Foto zum Schloss Neuschwanstein, und weiter nach Reutteln zur weltweit längsten Fußgängerhängebrücke der Welt in 114m Höhe, die Highline179. Wirklich eine Empfehlung für alle Leute ohne Höhenangst. Und in Echt noch mal beeindruckender als es auf den Fotos wirkt.

Ziel der Etappe war dann ein urtypisches Hotel im Allgäu, das Wirtshaus Wiesengrund.

Tag 7 - Bad Hindelang nach Lindau / Bodensee

Mit einem ordentlichen Schädel vom Vorabend ging es über Sonthofen noch mal nach Österreich bis Mittelberg bzw. bis zum Ende der Straße in Baad. Naja, Eis auffe Hand und gemütliche Fahrt bis nach Lindau. Dort mit dem 6er auf der Insel jegliche Ecken abgefahren (wirklich jede) und weiter nach Nonnenhorn auf einen Zeltplatz direkt am Bodensee.

Tag 8 - Heimreise

Am letzten Tag ging es dann vom Bodensee erst über Land nach Mannheim um dort meinen Kumpel im strömenden Regen und in einer Innenstadt voller südländischer Autoprolls nach Hause zu bringen. Ein ziemliches Kontrastprogramm daher führte mich der Weg schnell weiter nördlich an Frankfurt vorbei, zwecks Verkehr über Marburg dann final nach Warburg.

Fazit

Viele Eindrücke in wenig Zeit war letztendlich die Tagesordnung. Mal die einzelnen Stationen und Sehenswürdigkeiten außer Acht gelassen, hat mich der 6er mit seiner Unkompliziertheit und seiner eigenen Art von Fahrtkomfort hinterrücks überrascht. Einmal Kühlwasser nachgekippt, das war's. Auf einer Tour von rund 2000km, in ordentlicher Hitze, bergauf und bergab schon beachtlich.

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