Ob Sommer oder Winter: Tipps für ein Wochenende in Luxemburg

Hier sitze ich mit meinem Pott Kaffee, eingesunken in einem tiefen Ledersofa, und beobachte die Leute, die sich bei diesem grauen Wetter vor dem Fenster entlang dieses kleinen Cafés in Luxemburg schieben. Der perfekte Moment also, um euch ein paar Tipps für ein Sommer- oder Winterwochenende in Luxemburg zu geben.

Allgemeines zu Luxemburg

Raus aus dem Hotelzimmer und frisch gestärkt mit einem guten Frühstück wollten wir an diesem Samstag Luxemburg in Ruhe besichtigen und so viele Eindrücke wie nur möglich mitnehmen.

Mit seinen 115.000 Einwohnern mag Luxemburg (Stadt) im ersten Moment keinen Metropol- oder Großstadt-Charme versprühen. Das Bild ändert sich jedoch recht schnell, sobald man die Unterschiede zwischen Bahnhofsquartier, Oberstadt und Kirchberg-Plateau erstmal erlebt hat. Der pittoresken Altstadt und dem mittelalterlichen Charme steht die geballte Größe Europäischer Institutionen, Banken und modernster Architektur gegenüber. Da ist es nicht verwunderlich, dass Firmen wie Amazon oder iTunes (ja, die Apple Tocher) hier ihre europäischen Sitze haben.
Es ist international und das spürt man nicht erst beim Blick in die Brasserie, in der Einheimische auf Banker, Touristen und Techies treffen.

Los geht's mit dem Auto: Fernab der gut ausgeschilderten Parkhäuser in der Stadt, kann ich euch den Boulevard de la Petrusse zum parken empfehlen. Hier haben wir eigentlich immer stressfrei einen (kostenpflichtigen) Parkplatz finden können um von dort alles Wichtige in der Stadt zu Fuß zu erreichen. Sei es Altstadt, Festung oder Bahnhofsquartier.

Auch wenn die Autobahnen und das Verkehrsnetz rund um die Stadt grandios ausgebaut sind (in 10 Tunneln hatten wir vollsten Telefonempfang) kann die Unterteilung der Stadt an sich gerade beim ersten Besuch etwas irreführend sein. Das Tal, welches die Oberstadt vom Bahnhofsviertel trennt, ist z.B. ausschließlich Fußgängern vorbehalten und eh man sich versieht hat man sich gerade mit dem Auto doch wieder recht schnell vom Stadtkern entfernt. Daher lohnt es sich, sich vorher die wichtigsten Punkte auf einer Karte rausszusuchen und nicht einfach drauf los zu laufen. Bei unserem ersten Wochenende haben wir dadurch leider sehr viel verpasst, was wir erst mit unserem zweiten Wochenende im Winter nachholen konnten.

Hotel und Pension

Da wir im Sommer und Winter unseren Trip jeweils etwas anders aufgebaut hatten, kann ich hier zwei Lösungen anbieten, die für Hotel- und Ferienwohnungsbefürworter geeignet sind.

Winter in Luxemburg
Im Winter haben wir im Novotel Suites Hotel auf dem Kirchberg Plateau eingecheckt. Von den Dimensionen dieses Stadtteils und der modernen Architektur her wirklich überwältigend. Neben zahlreichen Banken, internationalen Institutionen der Philharmonie usw. findet man hier auch das Museum für Moderne Kunst (kurz Mudam) und das anschließende Fort Thüngen.

Mit der Straßenbahn, die bis vor Kurzem noch kostenlos zu nutzen war, gelangt man unkompliziert und schnell in die Oberstadt Luxemburg. Oder man verbringt einfach einen romantischen Abend auf dem Kirchberg und Fort Thüngen mit Blick auf die Stadt.

Sommer in Luxemburg
Während unseres Sommer Trips haben wir den Aufenthalt etwas anders geplant. Eine traumhafte Ferienwohnung in Trier war unser Ausgangspunkt an diesem Wochenende und ermöglichte uns damit auch noch den Besuch der Innenstadt und der Porta Nigra in Trier.
Von hier aus bieten sich Tagestrips nach Luxemburg (Stadt) geradezu an. Das Verkehrsnetz rund um Luxemburg ist topp ausgebaut und gerade für Leute, die sich nur einen Teil der Innenstadt ansehen möchten, bietet es die Möglichkeit schnell auch andere Sehenswürdigkeiten des Landes zu erreichen (z.B. Das Tal der sieben Schlösser, den Flughafen oder den Deutschen sowie Amerikanischen Soldatenfriedhof).

Pflichtbesuch: Die Bock-Kasematten

Pflichtbesuch Nummer 1 und auch kaum zu übersehen sind die Kasematten der Stadt Luxemburg. Die Kasematten sind in Fels gehauene Höhlen und dienten im 17. Jahrhundert der Verteidigung der Festung. Seit 1994 gehören sie, wie auch die Altstadt, zum UNESCO Weltkulturerbe.
Neben geführten Rundgängen durch die teils engen und niedrigen Gänge, kann man die Kasematten auch auf eigene Faust erkunden. Die bunt beleuchteten Höhlen und teils irreführenden Sackgassen bieten eine entspannte Abwechslung zum Trouble in der naheliegenden Altstadt. Wer klaustrophobisch veranlagt ist, sollte sich jedoch auf die oberen Gänge beschränken und die engen Wendeltreppen, welche tiefer in den Fels hinabführen, besser sparen. Teilweise passen kaum zwei Menschen nebeneinander und eine Gruppe muss warten, bis die andere Gruppe vorübergezogen ist.

Die Luxemburger Altstadt

Von den Bock-Kasematten sind es nur wenige Geh-Minuten bis in die kleinen verwinkelten und pittoresken Gassen der Altstadt. Cafés, Brasseries, Restaurants... jede Gasse bietet eigene kleine Highlights, wobei ich an dieser Stelle das Kaale Kaffi in der Rue de la Boucherie besonders empfehlen kann. Sollte dieses kleine gemütliche Café jedoch voll sein, kann ich das Konrad Café als Alternative ebenfalls empfehlen.

In der Altstadt ist die Strategie "Einfach-Drauf-Losgehen" an unseren Wochenende immer die beste Wahl gewesen. Hinter jeder Ecke verbirgt sich etwas, sei es zum Beispiel der Großherzogliche Palast mit seinen Wachen, der Fischmarkt im Zentrum oder auch das Ladurée (eine traditionsreiche Nobel-Pattiserié).

Hervorheben möchte ich aber noch den Blick auf das Petrus-Tal im Süden  und eine Besichtigung der Cathédrale Notre-Dame (Kathedrale unserer lieben Frau)

Entlang der Alzette durch Barrio Grund und das Petrusstal

Wer gut zu Fuß ist und das malerische Stadtbild aus einer anderen Perspektive genießen möchte, bekommt hier eine abwechslungsreiche Route entlang des Tals und der Alzette mit Blick auf Viadukte, Kasematten und mittelalterliche Architektur.

Starten (oder beenden) kann man den Marsch am Pfaffenthal Lift. Dieser gläserne Aufzug verbindet über 60m Höhenunterschied den Parc Pescatore mit dem Pfaffenthal und bietet einen hervorragenden Blick auf das Tal. Die Fahrt ist kostenlos, dauert jedoch auch nur wenige Sekunden.

Von hier bietet es sich an, mit der Alzette zur rechten, immer in Richtung Viadukt zu gehen und, darunter hindurch, ein kleines Stück an der Montée de Clausen entlang. Kurz bevor man wieder auf die Alzette trifft, findet man einen kleinen schmalen Weg, welcher direkt wieder am Wasser zur linken entlang führt und zur rechten so manches Restaurant sowie manchen Firmensitz wie zum Beispiel von Microsoft oder Amazon erblicken lässt.
Auf diesem Weg geht es auch noch einmal unter dem Viadukt hindurch und man erblickt kurz darauf die Bock-Kasematten sowie die St Jean du Grund Kirche. Entlang der kleinen Wehrmauer hier im Tal lassen sich die vermutlich schönsten Fotos schießen...

Wer noch fit ist verlässt hier noch nicht das Tal sondern schreitet weiter, etwas entfernt vom Wasser, durch die Rue Saint Ulric. Bevor die Straße hier eine Rechtsbiegung macht, kann man in die Rue Saint Quirin einbiegen. Hinter dem modernen und sauberen Fitness- sowie Skatepark öffnet sich das Petrusstal, welches die Oberstadt vom Bahnhofsquartier trennt.

Wir haben unseren Rundgang an der kaum übersehbaren Adolphe Brücke beendet und das Tal an dieser Stelle verlassen. Jedoch nur, um eben jenes auf einem kleinen Weg, quasi einer zweiten Etage in der Adolphe Brücke, zu überschreiten.

Weitere Sehenswürdigkeiten in Luxemburg

Wer noch mehr entdecken möchte oder sich weiter inspirieren lassen möchte, findet zusätzlich auf der Webseite der Stadt Luxemburg eine umfangreiche Mediathek mit vielen Infos in Flyer-Form als PDF. Zur Webseite


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