Mit dem Oldtimer nach Dänemark

Der Autostrand in Blavand, die einsame Natur um Slettestrand... Dänemark ruft! Also Hunde in den Oldtimer, MacBook dazu, Taschen vollgepackt und ab Richtung Norden!

Samstagmorgen, 6 Uhr früh. Die Taschen sind gepackt. Die Hunde setzen mal wieder den traurigsten Blick der Welt auf als würden all die Sorgen dieser Welt auf ihren Schultern lasten. Reine Taktik, wie ich mittlerweile weiß. Denn die Jungs tun jedes mal so, als müssten Sie alleine zurück bleiben, während Herrchen umherirrt und Sachen packt.

Dieses mal aber dürfen die beiden mal wieder hinten einsteigen im 635. Denn es geht für eine Woche nach Blåvand und eine weitere Woche nach Slettestrand. Ohne große Erwartungen vorab aber mit großer Erfüllung schon nach wenigen Tagen.

Blåvand mit dem Oldtimer

Dänemark. Ich gebe zu, nicht unbedingt eine Reiseland das weit oben auf meiner Liste steht. Der letzte Besuch war bereits 10 Jahre her und davor... zwei Jahre? Einmal Ostküste und Kopenhagen und einmal Westküste, ganz klassisch.

Dieses Jahr aber wollte ich spontan zwei Wochen raus, vorwiegend zum arbeiten aber auch um mit dem 6er ein weiteres Land zu bereisen. Also nach langer Suche zwei großartige, nicht-so-typisch dänische Häuser, gebucht und die Hunde abfahrbereit gemacht.

In den kühlen Morgenstunden oder generell nachts in den Urlaub zu fahren ist nicht unbedingt etwas, in dem ich einen tieferen Sinn sehe. Aber die Tage Anfang Juni waren schon ziemlich heiss und mit den Hunden auf der Rückbank von Bonn über Hamburg bis nach Blavand zu fahren entspricht so ziemlich 8,5 Stunden reiner Fahrzeit und sollte für die beiden nicht zusätzlich in einem Sauna-Trip (oder schlimmeren) enden. Genügend Pausen und ein Blick auf die Temperaturen sind bei solchen Sommertrips unerlässlich. Daher auch der Plan früh los zu fahren und den nervigen Stau im Elbtunnel möglichst vorm Mittag hinter sich zu lassen.

Blåvand

16 Uhr, drei Staus und 5 Wasser/Gassi/Pinkel-Pausen später sind wir endlich angekommen und können das schöne Ferienhaus direkt beziehen. Und zu unserer Überraschung ist rundherum einfach niemand. Ein großer Garten, irgendwo in der Ferne mal Nachbarn und einfach nur Ruhe. Damit hätte ich nicht gerechnet mitten im Juni in einer Ferienhaus-Anlage.

Eine ganz klassische Anlage ist es aber auch nicht. Alles ist zugewuchert zwischen den Grundstücken und man müsste sich schon ganz schön verrenken um irgendwo dahinten beim Nachbarn reinschauen zu können. Sofern er denn überhaupt da wäre. Genau richtig.

Der 6er lief wie ein Uhrwerk. Keine Temperaturprobleme und auch keine Flüssigkeitsverluste. Das Pfeiffen der ausgehärteten Türdichtung auf der Beifahrerseite nimmt allerdings mittlerweile ab 120 eine sehr nervige Lautstärke an. Es wird von Jahr zu Jahr schlimmer aber erstmal hilft nur Radio lauter drehen, die Türgummis sind eh nicht lieferbar.

Für heute noch mal fix in den Supermarkt und dann mit den Doggos direkt zum Strand fahren.

Spaß des Tages: Während ich mich noch über die überaus günstigen Ferienhäuser im Vergleich zu Holland freute, wurde ich dann kurze Zeit später wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt als mir die Bäckersdame für 4 Brötchen 6,50 Euro abluchste. Da war ja was...

Bettenwechsel

Für die zweite Woche geht es dann hoch an die Nordküste Dänermarks. Und tatsächlich find ich bei der Abfahrt am Ortsausgang Oksbys eine Tankstelle mit Super Plus 100 Oktan! Es sollte dann aber auch die einzige sein, die mir in zwei Wochen Dänemark vor die Niere kommt.

Da der direkte Fahrtweg von Oksby nach Slettestrand gerade mal 3,5 Stunden beträgt und das dänische Inland nun nicht wirklich viel Unterhaltswert liefert, entscheide ich mich an der Westküste entlang zu fahren und die Route über und Klitmøller zu nehmen.

Das Wetter zeigt sich von seiner rauen Seite an diesem Samstagmittag aber die Route entlang des Nationalparks Thy macht sich bezahlt. Bei einer kurzen Gassi-Pause lerne ich ein Pärchen aus Süddeutschland kennen, die mittlerweile seit einem Monat durch Dänemark tingeln. Ich bin skeptisch was sie in 4 Wochen so gesehen haben mochten, aber sie reisen ca. 2 Stufen langsamer als ich und schwärmen von der Westküste, der Freiheit seit die Kinder ausgezogen sind und wie gut die Arbeit von unterwegs mittlerweile für sie funktioniert. Ich pflichte ihnen bei und während ich wieder aufs Meer schaue beginnt auch der Regen erneut. Also Hunde abtrocknen, ne Banane inne Schnute und wieder back on track.

Slettestrand

Grauer und dunkler wird es, je näher ich Slettestrand komme. Noch mal eben in den Supermarkt springen, alles für ne ordentliche Suppe einkaufen, nicht aufn Kassenzettel schauen und weiter.

An der Haussiedlung hinter den Dünen angekommen, fahre ich erstmal am gebuchten Haus vorbei. Nichts ist so wirklich ausgeschildert, alles wirkt weniger organisiert als in den typischen Touristenregionen und andere Menschen habe ich in der letzten halben Stunde eh nicht mehr gesehen... perfekte Voraussetzungen für eine Woche Ruhe, Arbeiten und Strand.

Und ja, das Haus war wirklich perfekt. Gemütlich eingerichtet wie eine Jägerhütte aber modern ausgestattet. Dazu ein riesiger Garten, in dem sich die Hunde frei bewegen konnten. Ohne Leine und mit nur wenig Aufsicht. Und um das Klischee abzurunden, lief jeden Morgen ein Reh vorm  Fenster des Schlafzimmers entlang. Harmonie für den Start in den Tag!

Skagen - Wo sich Nord- und Ostsee treffen

Das Arbeiten vom Ferienhaus erwies sich als so produktiv, dass ich mir am Donnerstag mal einen komplett freien Tag gönnen konnte, den ich für einen Ausflug nach Skagen nutzen wollte.

Nach ca. 2 Stunden Fahrzeit kam ich in Grenen an, der mit dem Festland verbundenen Sandbank mit Raubvögeln und der gelegentlichen Anwesenheit von Seehunden.
Der Parkplatz Vorort war zwar gut gefüllt, aber die Touristenmengen hielten sich noch in Grenzen. Man sich aber leicht vorstellen, was hier im Hochsommer los sein muss.

DIe nördlichste Spitze an der sich Ost- und Nordseeküste treffen war dann auch die Hauptatrraktion. Mit einem Bein in jeweils einem Meer zu stehen... nicht nur wichtig für Instagram ;-)
Viel verblüffender war aber fast die Menge an Tankern, die dort vor der Küste in der Ostsee lag. Wartende Stahlkollosse im ruhigen Meer so weit das Auge reicht.

Nach dem kleinen Spaziergang zurück zum Auto gab es noch einen Abstecher in die Innenstadt Skagens. In Ordnung für 'n Eis und 'n Hot Dog aber nichts, wofür man sich mehr Zeit nehmen müsste. Interessant war aber das Parkschein-System. Als ich am zweiten Parkplatz fast selbstverständlich den nächsten Schein ziehen wollte, hab ich mir doch mal das Schild durchgelesen das darüber hing. Und siehe da, ein Parkschein ist in der gesamten Gemeinde gültig und kann beim Verlassen der Gemeinde an jedem Parkscheinautomat bezahlt werden.
Und falls man sich denkt "zieh ich einen und bezahl ihn nicht" werden die Kosten der Höchstparkdauer von 24 Stunden von der Bankkarte eingezogen, welche zur Ausstellung des Parkschein nötig ist. Glatt mal Geld gespart in diesem Land. Glaubt mir zuhause keiner.

Rückfahrt Tyskland und SAC Rallye

Entgegen der Norm, beendete ich mich meinen Urlaub diesemal nicht in bestem Sonnenschein sondern wurde bis ins Rheinland begleitet von grau in grau, Nieselregen und Stau.

Kurz vor Hamburg allerdings hatte der Stau dann doch sein Gutes, denn gute 200 Rallyefahrzeuge der SAC Baltic Sea Circle Rallye kamen uns an ihrem ersten Rallyetag entgegen. Viele Grüße von einer Fahrbahn zur Anderen und sogar ein paar bekannte Rallyeteams von Instagram waren darunter. Und am liebsten hätte ich an der nächsten Autobahnausfahrt die Richtung wieder geändert um mit ihnen ans Nordkapp zu fahren. Na, vielleicht nächstes Jahr.


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